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Wie rechtfertigen Kulturprofessionelle in einer komplexen und widersprüchlichen sozialen Umwelt ihre Forderungen für ihr Feld? Ich konzeptualisiere diese professionelle Lobbying für die Künste als Grenzarbeit (boundary work), weil es einerseits Ressourcenmobilisierung und anderseits Schutz von autonomen Logiken ermöglicht. Um ihre Forderungen zu rechtfertigen, verbinden kulturelle Stakeholder die Potenziale der Kunst dafür mit allgemeinen gesellschaftlichen Werten. Hinzukommend grenzen sie diese Potenziale von anderen Institutionen (Bildung, Politik, Religion, Gesundheit) ab oder setzen sie partikular mit jenen gleich. Ich argumentiere, dass diese strategischen Praktiken ermöglicht und geformt werden von paradigmatischen professionellen Weltsichten. Diese Weltsichten beinhalten dafür relevantes Wissen über Kunst und Kunstwelten als auch Wissen über externe Annahmen zur gesellschaftlichen Rolle der Kunst. Meine empirische Studie über das Lobbying für Kunstmuseen während des ersten Jahres der COVID-19 Pandemie in Deutschland zeigt, wie solche Rechtfertigungen flexibel externe Interessen an Kunst und Kunstorganisationen adressieren und dabei relativ vage bleiben. Drei typische argumentative Strategien werden in dieser Grenzarbeit identifiziert: (1) Autonomie der Kunst; (2) Dienstleistungsfunktionen für andere gesellschaftliche Kontexte; (3) Die Beiträge der Kunst für umfassenden gesellschaftlichen Fortschritt und individuelles Wohlergehen. Diese Rechtfertigungsstrategien über symbolische Grenzen hinweg hinterfragen soziologische Urteile über eine vermeintliche Heteronomisierung von Kunst und Kultur.
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Paul Buckermann (2020) studied this question.
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