Diese Arbeit untersucht die Wirksamkeit kartellrechtlicher Abhilfemaßnahmen in Fällen von Marktbeherrschungsmissbrauch und Monopolisierung auf digitalen Märkten anhand einer vergleichenden Analyse der Durchsetzungspraxis in der EU und den USA. Sie argumentiert, dass traditionelle Abhilfemaßnahmen oft Schwierigkeiten haben, die strukturellen Ursachen der Marktmacht in der digitalen Wirtschaft, wie Netzwerkeffekte und schnelle Innovationszyklen, zu bekämpfen. Anhand von Fallstudien, darunter die EU-Entscheidungen zu Google, der US-Rechtsstreit um Google Search und die EU-Entscheidung zu den Verpflichtungszusagen von Amazon, zeigt die Arbeit, dass EU-Abhilfemaßnahmen – die oft durch den Grundsatz der Verhältnismäßigkeit eingeschränkt und eng an konkrete Verstöße gebunden sind – möglicherweise nicht in der Lage sind, die zugrunde liegenden Anreize für wettbewerbswidriges Verhalten zu beseitigen. Im Gegensatz dazu ermöglicht der US-amerikanische Ansatz flexiblere und zukunftsorientierte Abhilfemaßnahmen aufgrund eines größeren richterlichen Ermessensspielraums und verfahrensrechtlicher Merkmale wie der Trennung von Haftung und Abhilfemaßnahmen. Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass eine flexiblere Nutzung bestehender EU-Instrumente, insbesondere von Verpflichtungsentscheidungen, Markttests und einstweiligen Maßnahmen, die Durchsetzungsergebnisse auf digitalen Märkten verbessern könnte.
Yingtong Guo (Thu,) studied this question.