This work investigates how photographs mediate experiences of Turkish labor migration, suggesting deeper cultural implications.
Diese Arbeit untersucht die Rolle der Fotografie innerhalb der Erfahrung türkischer Arbeitsmigration nach Deutschland und fragt danach, wie Fotografien unter Bedingungen geografischer Trennung als vermittelnde Objekte fungieren. Auf der Grundlage von Repräsentationsanalyse und materialkulturellen Ansätzen betrachtet sie migrantische Fotografien nicht als transparente Dokumente gelebter Realität, sondern als kulturell codierte und sozial eingebettete Artefakte, durch die Identität, Zugehörigkeit und Erinnerung ausgehandelt werden. Mit einem Schwerpunkt auf der Familienfotografie analysiert die Studie, wie Bilder innerhalb transnationaler Familiennetzwerke produziert, inszeniert, ausgetauscht, aufbewahrt und erneut betrachtet werden. Dabei wird die Fähigkeit der Fotografie hervorgehoben, eine Form vermittelter Präsenz zu erzeugen, die es Migrant:innen ermöglicht, für die Zurückgebliebenen sichtbar und sozial lesbar zu bleiben. Fotografien werden dabei zugleich als visuelle Repräsentationen und als materielle Spuren verstanden, die durch ihre Zirkulation und physische Beständigkeit eine affektive Bedeutung tragen. Die Arbeit verortet diese Praktiken im historischen Kontext des Gastarbeiterprogramms, das die türkische Migration als temporär rahmte, zugleich jedoch langfristige Realitäten von Ansiedlung und geteilter Zugehörigkeit hervorbrachte. Der türkische Begriff gurbet wird herangezogen, um diese strukturelle Erfahrung des Fernseins von der Heimat zu beschreiben, in der emotionale Bezugspunkte wei-terhin an einen anderen Ort gebunden bleiben. In diesem Kontext wird Fotografie zu einer zentralen Praxis, durch die Abwesenheit bewältigt und Kontinuität aufrechterhalten wird. Anhand ausgewählter Fotografien aus privaten Archiven zeigt die Studie, wie migrantische Bilder Narrative von Stabilität, Wohlstand und familiärer Einheit konstruieren, während sie zugleich die Spannungen und Grenzen offen-legen, die im fotografischen Versuch liegen, Präsenz über Distanz hinweg zu bewahren.
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İlkyaz Salmanlı Likic (2026) studied this question.
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