Diese Arbeit beschäftigt sich mit Fragen zum Wissen von Lehrer:innen über verschiedene Arten von Feedback, zur Entscheidungsfindung, ob ein Fehler korrigiert werden soll oder nicht, sowie zu den am häufigsten verwendeten Formen von Feedback. Außerdem liegt der Fokus auf dem Unterschied zwischen der Unter- und Oberstufe, auf den von Pädagog:innen als am nützlichsten empfundenen Arten von Feedback und auf den Herausforderungen, die Lehrer:innen am meisten beschäftigen. Um diese Forschungsfragen zu beantworten, wurden Interviews mit sechs Englischlehrer:innen geführt. Dazu wurden Pädagog:innen aus Klassen der Unter- und Oberstufe mit unterschiedlichen Hintergründen und unterschiedlichen Berufserfahrungen gewählt. Es wurde festgestellt, dass die Teilnehmer:innen keine der sechs häufigsten Arten von Feedback explizit benennen konnten. Während sie sich jedoch daran erinnerten, darüber während ihrer Aus- oder Weiterbildung gelernt zu haben, ist ihr Verständnis verschiedener Faktoren von Feedback teilweise unvollständig und teilweise nicht korrekt, was auf eine Lücke in ihrer Bewertungskompetenz hindeutet. Außerdem sind der Fokus der Aktivität auf Sprachrichtigkeit oder -fluss sowie die Schwere und Häufigkeit des Fehlers die am häufigsten genannten Faktoren, die die Entscheidung beeinflussen, einen Fehler zu korrigieren oder nicht. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass Umformulierungen (recasts), explizite Korrekturen (explicit correction) und Aufforderungen (elicitation) die drei Feedback-Arten sind, die von den Teilnehmer:innen dieser Studie in ihrem Englischunterricht am häufigsten verwendet werden. Allerdings wurde in den Beispielsituationen während der Interviews auch metalinguistisches Feedback von den Teilnehmenden verwendet, was im Widerspruch zu ihren Antworten auf die theoretischen Fragen sowie zu bisherigen Forschungsergebnissen steht und auf eine mögliches Fehlinterpretation dieses Feedbacktyps hindeutet. Hinsichtlich des Unterschieds zwischen mündlichem Korrektur-Feedback in der Unter- und Oberstufe gaben alle befragten Lehrer:innen an, dass eine Unterscheidung notwendig sei. Während Pädagog:innen der Unterstufe auf explizite und direkte Feedback-Strategien setzen sollten, könnten für höhere Klassenstufen auch andere Formen wie metalinguistisches Feedback verwendet werden. Außerdem wurden Umformulierungen von den Teilnehmer:innen dieser Studie als die nützlichste Art des Feedbacks angesehen – vier der sechs Befragten nannte diese. Schließlich war die am häufigsten genannte Herausforderung, mit der Lehrer:innen bei Feedback konfrontiert sind, dass mündliches Feedback sofort gegeben werden muss und auch nicht zurückgenommen werden kann. Diese Ergebnisse unterstreichen die Tatsache, dass die richtige Form von Feedback von verschiedenen Faktoren abhängt. Die Schlussfolgerung, dass Feedback sehr individuell ist, wurde bereits in früheren Studien gezogen und hiermit auch durch diese Arbeit bestätigt.
Lena Lorenschitz (Tue,) studied this question.