Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Gewalt und Männlichkeit im erzählerischen Werk des amerikanischen Autors James Baldwin und des brasilianischen Autors Jorge Amado. Im Mittelpunkt stehen vier Romane: Go Tell It on the Mountain (1953), Another Country (1962), Gabriela, Cravo e Canela (1958) und Dona Flor e Seus Dois Maridos (1966). Auf der Grundlage eines intersektionalen theoretischen Rahmens wird untersucht, wie physische, psychologische und institutionelle Gewaltformen Männlichkeitsvorstellungen in zwei kulturell unterschiedlichen Kontexten der Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts—den Vereinigten Staaten und Brasilien—prägen und konstituieren. Die Analyse gliedert sich in vier thematische Schwerpunkte: Gewalt als männliche Institution, Gewalt und männliche Ehre, Konflikt versus Brüderlichkeit sowie Gewalt und männliche Sexualität. Im komparativen Lesen beider Autoren wird argumentiert, dass Gewalt nicht bloß als narratives Motiv fungiert, sondern als konstitutiver Mechanismus, durch den männliche Identität hergestellt, erprobt und destabilisiert wird. Darüber hinaus zeigt die Arbeit, dass Baldwins psychologischer Realismus und Amados karnevalesker Stil—trotz ihrer formalen Unterschiede—Gewalt jeweils als Prisma nutzen, durch das Rasse, Klasse, Territorium und patriarchale Macht kritisch hinterfragt werden.
Caio Fernandes Araújo Santos (Wed,) studied this question.