Zusammenfassung Seit 2012 werden durch systematische Detektorbegehungen bei Assel, Ldkr. Stade, kontinuierlich Oberflächenfunde geborgen, die in diesem Beitrag ausgewertet werden. Umfang und Zusammensetzung des Materials des Platzes Assel 55 belegen eine kontinuierliche Nutzung vom 1. Jh. v. Chr. bis ins 5. Jh. n. Chr. und weisen auf eine bedeutende Siedlung während der Römischen Kaiserzeit und frühen Völkerwanderungszeit hin. Auf Grundlage des vorliegenden Fibelspektrums konnten vier Entwicklungsphasen mit einem Nutzungsschwerpunkt in der jüngeren Römischen Kaiserzeit unterschieden werden; ab dem 2. Jh. n. Chr. ist zudem eine funktionale Verbindung zum benachbarten Fundplatz Assel 11 anzunehmen. Eine Vielzahl von Römischen Importen bzw. als Fremdgüter anzusprechender Objekte belegt darüber hinaus überregionale Kontakte: Insbesondere zwei goldene Fingerringe sind hier als Indikator zu sehen und gemeinsam mit dem Fund einer spätrömischen Siliqua belegen sie klare kulturelle und wirtschaftliche Bezüge in den skandinavischen Raum und sprechen für die Einbindung Assels in ein weitreichendes Kommunikations- und Austauschsystem. Im Gegensatz zur stärker zentralisierten Struktur der Weserregion deutet sich entlang der Elbe ein dezentrales System mit mehreren größeren Plätzen an, innerhalb dessen Assel 55 als bedeutender Standort mit zentralörtlichem Charakter zu bewerten ist.
Saryn Schlotfeldt (Mon,) studied this question.
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