This dissertation reconstructs Avicenna's color perception theory in historical context, highlighting its implications.
Diese Dissertation rekonstruiert den philosophischen und wissenschaftlichen Kontext, in dem Avicenna seine Theorie der Farbe und der Farbwahrnehmung entwickelte. Ihre Hauptquelle ist das dritte Buch des Buchs der Heilung (al-Shifāʾ), Über die Seele(Kitāb fī al-Nafs), insbesondere die einleitenden Kapitel des Abschnitts über das Sehen. Dort entwickelt Avicenna seine Position in einer fortlaufenden Auseinandersetzung mit konkurrierenden Theorien des Sehens und der Farbe, die von vorsokratischen Philosophen, Platonikern, antiken Optikern, Galenikern und islamischen Theologen vertreten wurden. Die Dissertation besteht aus drei Hauptkapiteln. Das erste untersucht Avicennas Lichttheorie und analysiert die Rolle des transparenten Mediums in der visuellen Wahrnehmung. Es zeigt, wie Avicenna den kausalen Zusammenhang zwischen dem wahrnehmbaren Objekt und dem Wahrnehmenden versteht. Das zweite Kapitel widmet sich der Natur der Farbe. Es behandelt Avicennas Auffassung von Farbe als Qualität, das Verhältnis zwischen Licht und Farbe, die Frage, ob Farben den Elementen inhärent sind oder aus deren Mischung hervorgehen, sowie seine bemerkenswerte These, dass die Vielfalt der Farben mit Aktual-Unendlichkeit vereinbar ist. Diese Fragen werden sowohl vor dem Hintergrund antiker Farbtheorien als auch im Vergleich zu den Farblehren der Kalām-Tradition untersucht. Das dritte Kapitel konzentriert sich auf die Farbwahrnehmung. Es unterscheidet zwischen einer kausalen Erklärung dafür, wie Farbe auf das Sehvermögen einwirkt, und einer intentionalen Erklärung dessen, worauf Wahrnehmung gerichtet ist. Auf dieser Grundlage unterziehe ich die verbreitete Deutung Avicennas als Vertreter eines indirekten Realismus einer kritischen Neubewertung. Ich argumentiere, dass Avicennas Theorie einen Wahrnehmungsrealismus mit einer eigenständigen Form des Repräsentationalismus verbindet und daher weder dem direkten noch dem indirekten Realismus eindeutig zugeordnet werden kann.
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Ruizhi Ma (2026) studied this question.
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