Qualitative study uncovers political and territorial conflicts around utility-scale solar expansion in indigenous Mexico, highlighting tensions in green energy transitions.
Die weltweiten Bemühungen zur Dekarbonisierung von Energiesystemen haben den Druck auf Landressourcen verstärkt, insbesondere in Regionen, die für den großflächigen Ausbau kohlenstoffarmer Energieinfrastrukturen vorgesehen sind. In Mexiko ist der Ausbau großflächiger Solarenergie zu einem zentralen Bestandteil der Dekarbonisierungspolitik geworden und hat neue Energiegrenzen in indigenen Territorien der Halbinsel Yucatán hervorgebracht. Auf Grundlage ethnographischer Feldforschung, leitfadengestützter Interviews, teilnehmender Beobachtung sowie Dokumenten- und Politikanalysen, untersucht diese Dissertation die Entstehung und das Scheitern einer solchen Energiegrenze am Beispiel des Solarparks Yucatán Solar PV. Sie zeigt, dass der Ausbau der Solarenergie durch konkurrierende soziotechnische Imaginationen von Energiesouveränität geprägt wird, die beeinflussen, wie Land investierbar gemacht, Infrastruktur geplant und legitimiert sowie unterschiedliche Energiezukünfte gefördert oder marginalisiert werden. Gleichzeitig untersucht die Dissertation, wie basisdemokratische Mobilisierung, juristische Auseinandersetzungen und alternative territoriale Ansprüche diese Energiegrenze infrage stellten und zur Aussetzung des Projekts beitrugen. Ausgehend von einem Verständnis von Infrastruktur als räumlich-zeitlicher Verflechtung zeigt sie, wie großflächige Solarprojekte auf bestehende fossile Infrastrukturen, regulatorische Arrangements und alltägliche Energiepraktiken aufbauen und damit Erzählungen infrage stellen, die Solarenergie als sauberen Bruch mit fossilen Energiesystemen darstellen. Durch die Verbindung von Kritischer Geographie, Politischer Ökologie, Science and Technology Studies sowie Infrastrukturforschung zeigt die Dissertation, dass der Ausbau großflächiger Solarenergie einen zutiefst räumlichen, politischen und affektiven Prozess der Grenzbildung darstellt und leistet damit einen Beitrag zum Verständnis der umkämpften Entstehung kohlenstoffarmer Zukünfte.
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