Zusammenfassung: Zum Problem der Existenz letzteiszeitlicher Waldrefugien in den tiefen Talern Osttibets Aufgrund des bei sechs Expeditionen gewonnenen Materials wird die Frage untersucht, ob es auf dem Tibetischen Plateau letzteiszeitliche Waldrefugien gegeben hat, oder ob diese nur an der Peripherie des Plateaus zu erwarten sind. Die Aussagen beruhen auf pollenanalytischen Studien hochgelegener Moore, die seit dem Ubergang von der Letzten Eiszeit in das Holozan oder mindestens seit dem unmittelbaren Beginn des Holozans gewachsen sind, auf dendroklimatologischen Untersuchungen eines sehr umfangreichen Probennetzwerkes verschiedener Nadelholzarten und auf florengeographischen Analysen anhand der vorliegenden Literatur. Es wurden die folgenden Resultate erzielt: 1) Alle drei methodischen Ansatze legen die Schlussfolgerung nahe, dass wahrend des Hochstandes der Letzten Eiszeit in dem Gebiet der oberen meridionalen Stromfurchen ein oder mehrere Waldrefugien bestanden haben. Dies erweist die Einwanderungsgeschichte wichtiger Holzarten in einem 60 bis 180 km von den meridionalen Stromfurchen im Nordosten gelegenen Moor, aber auch die Herausbildung offenbar eigenstandiger physiologischer Baumrassen dort und die heutige Verbreitung endemischer Pflanzentaxa, die zu einem betrachtlichen Teil Waldarten sind. 2) Es ist unklar, ob es sich nur um ein einziges Refugium oder um mehrere gehandelt hat. 3) Die eigentliche Geschichte derartiger Refugien bleibt gegenwartig unbekannt, da geeignete Stellen, an denen sich tiefere Seen oder auch lange wachsende Moore gebildet oder erhalten hatten, in den meridionalen Stromfurchen fehlen.
No takes yet. Share an insight, caveat, or question.
Frenzel et al. (2003) studied this question.
Synapse has enriched 5 related papers. Consider them for comparative context: