Zusammenfassung: Obwohl die Entstehung und die Aufrechterhaltung internationaler Grenzen schon einiges an Aufmerksamkeit in der Geographie und den Sozialwissenschaften erhalten haben, findet das Leben der in diesen staatlichen Randgebieten wohnenden Menschen bisher erst wenig Beachtung. Im Zentrum unserer Fallstudie stehen die sogenannten 'Bhotiyas' des Nord-Indischen Kumaon Himalaya. Die Bhotiyas umfassen mehrere Talgemeinschaften die einst im Transhimalaya-Handel involviert waren. Bis heute verbindet sie ihre Lebensweise und ethnische Identitat eng mit dem Gebiet der indisch-chinesischen Grenze, die aufgrund eines Krieges zwischen diesen beiden Landern im Jahre 1962 geschlossen wurde. Wir zeigen auf, dass die Bhotiyas nicht hilflos den geopolitischen Dynamiken ausgeliefert waren, sondern aktiv an der Gestaltung ihrer umstrittenen Lebensumwelt teilhaben. Basierend auf der Annahme, dass geopolitische Realitaten auf unterschiedlichen skalaren Ebenen ausgehandelt werden, analysieren wir Strategien der Lebenssicherung sowohl unter Berucksichtigung des lokalen sozio-kulturellen Kontextes als auch hinsichtlich weiter gefasster Beziehungsgeflechte und den damit verbundenen Dynamiken. Der Beitrag bietet neue Erkenntnisse im Hinblick auf Hochland-Tiefland Interaktionen und zeigt die Wichtigkeit naturlicher Ressourcen fur das wachsende Feld der Grenzraumforschung auf.
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Gerwin et al. (2012) studied this question.
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