Key points are not available for this paper at this time.
Die Ideen von Mikhail Bakhtin – zur dialogischen Natur der Sprache, zum Karnevalesken, zur Natur des Romans, zur Außenseiterrolle und zur Verantwortlichkeit – haben in der Literaturwissenschaft, Anthropologie, Linguistik, Psychologie und Sozialtheorie Verbreitung gefunden. Jede Disziplin bietet ihre eigene Version von Bakhtins Vermächtnis an, aber keine, so Michael Holquist, kann als angemessene Grundlage zum Verständnis der Gesamtbedeutung von Bakhtins Schriften dienen. Dialogismus wird diese Grundlage liefern: Michael Holquist stützt sich auf alle bekannten Schriften Bakhtins, einschließlich sowjetischer Archivmaterialien, um eine umfassende Darstellung seines Gesamtwerks zu bieten. Holquist argumentiert, dass, obwohl die Arbeiten aus verschiedenen Perioden von Bakhtins Leben sehr unterschiedlich sind, sich doch eine erkennbare Form seines Gesamtwerks abzeichnet. Der Schlüssel zu Bakhtins Besonderheit liegt, so Holquist, in seinem Bekenntnis zum Konzept des Dialogs, und es ist dieses Bekenntnis, das Kohärenz in die Beiträge bringt, die Bakhtin zu einer Vielzahl von Disziplinen leistet. Dialogismus untersucht Bakhtins Dialog mit anderen Denkern – zum Beispiel Saussure, Freud, Marx und Lukacs sowie anderen Figuren aus der Geschichte des Denkens über Dialog, deren Verbindung zu Bakhtins Werk zuvor ignoriert wurde.
Nesbet et al. (Fri,) haben diese Frage untersucht.