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Zusammenfassung Dieser Artikel untersucht den Einfluss der Kartographie auf die Entwicklung des modernen Staatssystems. Ich argumentiere, dass neue Kartierungstechnologien im frühneuzeitlichen Europa die Art und Weise veränderten, wie Akteure über politischen Raum, Organisation und Autorität nachdachten, wodurch die Schaffung souveräner Staaten und internationaler Beziehungen geprägt wurde. Insbesondere war Kartographie grundlegend für drei Schlüsselmerkmale des Übergangs vom Mittelalter zur Neuzeit: die Homogenisierung territorialer Autorität, die Linearisation politischer Grenzen und die Eliminierung nicht-territorialer Organisationsformen. Obwohl Karten als epiphänomenal für politischen Wandel interpretiert wurden, traten diese drei Transformationen zuerst im repräsentationalen Raum der Karten und erst anschließend in den politischen Praktiken der Herrscher und Staaten auf. Basierend auf Beweisen aus der Geschichte der kartographischen Technologien und deren Nutzung durch politische Akteure, den Praktiken und Texten internationaler Verhandlungen sowie der praktischen Umsetzung linear begrenzter Territorialität durch Staaten argumentiert dieser Artikel, dass Veränderungen in den repräsentationalen Praktiken der Kartenerstellung konstitutiv für die frühmoderne Transformation der autoritativen Struktur der Politik waren. Diese Erklärung der historischen Transformation des internationalen Systems deutet auf nützliche neue Richtungen für Untersuchungen in die Möglichkeit fundamentalen politischen Wandels hin, bedingt durch die wirtschaftlichen, sozialen und technologischen Entwicklungen der Globalisierung.
Jordan Branch (Sat,) hat diese Frage untersucht.