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Die Besorgnis über als ‚at-risk‘ geltende Schüler konstruiert Jugendliche als defizitär und abweichend, ohne die Erfahrungen der Jugendlichen selbst zu berücksichtigen. Mein Interesse an ‚at-risk‘ entspringt meiner bisherigen Arbeit mit Jugendlichen in verschiedenen Kontexten der Theaterpädagogik und der Tatsache, dass mir Jugendliche erzählt haben, sie fänden die Bezeichnung beleidigend. Meine Forschung überdenkt ‚at-risk‘, um die Wahrnehmungen von Jugendlichen einzubeziehen. Meine Doktorarbeit umfasste ein Projekt im Bereich Theater mit einer Gruppe von Schauspielschülern der Oberstufe in einer ländlichen Gemeinde in Alberta als partizipative, performative Forschungsmethode. Unser Prozess erkundete Themen, die die Schüler als für ihr Leben relevant identifizierten, und bot ihnen die Möglichkeit, ihre Erfahrungen zu repräsentieren und zu hinterfragen, einschließlich Erfahrungen, die sie als ‚at-risk‘ einstufen könnten, und gab mir Einblick in ihre Wahrnehmungen. Wir bezeichneten unser Projekt als ‚Life in the Sticks‘, basierend auf der anfänglichen Behauptung der Schüler, dass die Probleme, mit denen sie konfrontiert waren, von ihrer ländlichen Umgebung bestimmt wurden. Gegen Ende unseres Prozesses bestritten die Schüler, Opfer ihrer Umgebung zu sein, wiesen die Vorstellung ‚at-risk‘ zurück und behaupteten stattdessen, dass ihr risikobehaftetes Verhalten eine Frage der Wahl sei, was ihnen ein Gefühl von Handlungsspielraum und Kontrolle über ihr Leben zurückgab. Ich verfasste eine Reihe von schriftlichen Beschreibungen unseres Prozesses und beteiligte mich an einer Diskursanalyse einiger dieser Skripte, um ‚at-risk‘ neu zu überdenken. Die analysierten Momente beleuchteten die Wahrnehmungen der Schüler hinsichtlich der Motivation für ihre riskanten Aktivitäten, ihrer Beziehungen zu Gleichaltrigen, ihrer Perspektiven auf Regelbrüche, ihrer Beziehung zur Autorität der Schule und ihres Gerechtigkeitsgefühls. Forschung, die die Wahrnehmungen von Jugendlichen über ihr als ‚at-risk‘ geltendes Verhalten einbezieht, bietet eine Gegen-narrative, die die als selbstverständlich angesehenen Vorstellungen des Etiketts unterbricht und die Möglichkeit eröffnet, dass alles anders sein kann.
Diane Conrad (Di.) hat diese Frage untersucht.