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In den letzten fünfzehn Jahren hat sich eine erhebliche Forschungsliteratur zur sozialen Psychologie der prozeduralen Gerechtigkeit entwickelt (siehe Lind & Tyler, 1988, für einen Überblick). Die Forschung zur prozeduralen Gerechtigkeit zeigt einige ernsthafte Mängel in den Austauschtheorien, die traditionell die westlichen Analysen der sozialen Psychologie von Gruppen dominiert haben, und in diesem Zusammenhang hat die Literatur zur prozeduralen Gerechtigkeit wichtige Auswirkungen auf die kulturübergreifende Psychologie. Ergebnisse aus mehreren in den Vereinigten Staaten und Westeuropa durchgeführten Studien zeigen, dass individualistische, auf Eigeninteresse basierende Modelle des menschlichen Verhaltens unzureichend sind, um Phänomene der prozeduralen Gerechtigkeit zu erklären. Stattdessen zeigen die Effekte der prozeduralen Gerechtigkeit häufig starke gruppenorientierte Bedenken und Motivationen, selbst in kulturellen Kontexten, die allgemein als von individualistischen Orientierungen geprägt gelten. Die Forschungsliteratur zeigt auch, dass, wenn die Verfahren einer Gruppe als gerecht beurteilt werden, die Menschen eher gruppenorientiertes Verhalten zeigen und positivere Einstellungen gegenüber der Gruppe und ihren Führungskräften haben. Diese Erkenntnisse haben zur Entwicklung einer Theorie der Gerechtigkeitsurteile geführt—der Lind- und Tyler-Gruppenwerttheorie—die auf Gruppennormen und -beziehungen basiert und nicht auf der Sozialen Austauschtheorie. Wir beschreiben ein allgemeines Modell des sozialen Verhaltens, das gruppen- und individuell orientiertes Verhalten integriert, und diskutieren die Implikationen des Modells für die soziale und kulturübergreifende Psychologie.
Lind et al. (Mi,) haben diese Frage untersucht.