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HINTERGRUND: In der pädiatrischen Onkologie stellt das Risiko der Unfruchtbarkeit aufgrund der Behandlung ein wichtiges Problem dar. Für sexuell reife männliche Jugendliche ist die Samenbankierung eine Option, jedoch ist die Besprechung des Themas komplex aufgrund der sensiblen Natur und des begrenzten Zeitrahmens. In diesem Artikel haben wir die Einstellungen und bevorzugten Rollen von Ärzten und Eltern zur Diskussion über Samenbankierung mit männlichen Jugendlichen ermittelt. METHODEN: Qualitative Multizentrenstudie, basierend auf eingehenden, halbstrukturierten Interviews mit 14 Ärzten und 15 Eltern männlicher Jugendlicher, die sich einer Krebsbehandlung unterziehen. ERGEBNISSE: Obwohl Ärzte und Eltern sich einig waren, dass Unfruchtbarkeit erhebliche Auswirkungen auf die zukünftige Lebensqualität haben würde, waren sie sich manchmal uneinig, ob das Thema mit Jugendlichen diskutiert werden sollte. Ärzte wollten immer eine separate Diskussion mit Jugendlichen wegen der sensiblen Natur des Themas und der Erfahrung, dass Eltern manchmal die Reifephase ihres Sohnes falsch einschätzten. Eltern hingegen wollten die Kontrolle darüber, ob Ärzte das Thema mit ihrem Kind besprechen und was gesagt wurde. Ärzte akzeptierten diese Kontrolle nicht und waren, wenn nötig, bereit, die Eltern zu umgehen und das Thema auch gegen den Willen der Eltern mit dem Jugendlichen zu besprechen. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Ärzte stehen vor der schwierigen Aufgabe, ihre Vorstellungen darüber, was im (künftigen) Interesse des Jugendlichen ist, mit den Wünschen der Eltern in Einklang zu bringen. Wir argumentieren, dass aufgrund des privaten Charakters von Sexualität und der potenziell unzureichenden Reifeeinschätzung durch die Eltern die Samenbankierung separat mit Jugendlichen und Eltern besprochen werden sollte. Darüber hinaus sollte eine offene Kommunikation mit den Eltern stattfinden, um mögliche Unbehaglichkeiten anzusprechen.
Vries et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.