Key points are not available for this paper at this time.
Frühere Autoren haben widersprüchliche Ansichten zu Trauma als entweder Über- oder Unterentwicklung von Erfahrungen präsentiert. Dieser Artikel bietet eine neue theoretische Perspektive auf Trauma, indem er den Piaget'schen Konstruktivismus integriert. Auf theoretischer Ebene wird argumentiert, dass beide Formen der narrativen Störung nach einem traumatischen Ereignis nicht widersprüchlich sind. Vielmehr deuten sowohl Über- als auch Unterentwicklung auf ein Ungleichgewicht und einen Verlust der narrativen Kohärenz bei der Konstruktion der persönlichen Identität hin. Die Ergebnisse einer empirischen Studie zu den Autobiografien von 15 jugendlichen Opfern (im Alter von 12 bis 17 Jahren) sexueller Übergriffe werden vorgestellt. Die Teilnehmer waren zum Zeitpunkt der Studie im Anfangsstadium eines psychotherapeutischen Behandlungsprogramms für Missbrauch in Santiago, Chile, eingeschrieben. Die Analyse der Autobiografien der Teilnehmer zeigt mehrere Formen der Desorganisation. Die Mehrheit der jugendlichen Erzählungen bezog sich auf die Dominanz traumatischer Erfahrungen, während eine kleine Anzahl von Fällen traumatische Erfahrungen insgesamt ausschloss. Die Diskussion der Studienergebnisse zeigt, dass beide Formen der narrativen Desorganisation Ungleichgewicht und Verlust der narrativen Kohärenz anzeigen. Die piagetianische Konstruktivismus-Theorie bietet Einblick in dieses Phänomen, indem sie das Verständnis von Trauma aus einer konstruktivistischen Perspektive unterstützt und voranbringt. Es werden Implikationen für die therapeutische Behandlung von sexuellem Missbrauch präsentiert, die zur Entwicklung klinischer Richtlinien beitragen könnten.
Claudia Capella (Mi,) hat diese Frage untersucht.
Synapse has enriched 5 closely related papers on similar clinical questions. Consider them for comparative context: