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Das Bild von Big Data und Algorithmen in der Gesellschaft ist offensichtlich ambivalent. Einerseits werden Algorithmen als ein Werkzeug der Ermächtigung gesehen, das es uns ermöglicht, die Gesellschaft transparent und damit regierbar zu machen, sodass die Sozialwissenschaften sogar obsolet werden könnten. Andererseits scheinen Algorithmen eine geheimnisvolle Agentur in der Black Box des Computers anzunehmen, sodass ihre Operationen für uns unsichtbar und unbegreiflich sind: künstliche Intelligenz wird als etwas angesehen, das eines Tages die Macht haben wird, uns zu dominieren. Über diese beiden extremen Positionen hinaus, die beide überschätzen und unterschätzen, wie Algorithmen unsere Sichtweisen und unser Sein in der Welt verändern könnten, führt der vorliegende Artikel eine dritte Perspektive ein. Algorithmen folgen in der Tat ihrer eigenen 'Denkweise' und schaffen damit neue Realitäten. Gleichzeitig 'reduzieren' sie jedoch die Realität, da ihnen der Zugang zur Welt des menschlichen Sinnverstehens fehlt. Algorithmen haben keine Geheimnisse, sondern bedienen sich einer 'Logik der Oberfläche'. Da sie ein behavioristisches Bild menschlicher Existenzweisen zeichnen, könnten Algorithmen und Big Data unser Selbstverständnis verändern. Sich mit epistemologischen Fragen auseinanderzusetzen, wird uns helfen, die ontologischen Implikationen des algorithmischen Denkens zu erfassen.
Susanne Krasmann (Di,) hat diese Frage untersucht.
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