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ZIEL: Es wird geschätzt, dass bis zu 75 % der Patienten mit schwerer psychischer Erkrankung (SMI) auch an einer Substanzgebrauchsstörung (SUD) leiden. Ziel dieser systematischen Übersicht war es, den Umfang, die Qualität und die Inklusivität internationaler klinischer Richtlinien zur psychischen Gesundheit und/oder zum Substanzmissbrauch im Hinblick auf die Diagnose und Behandlung von komorbiden Störungen sowie die Berücksichtigung breiterer sozialer und kontextueller Faktoren in Behandlungsempfehlungen zu untersuchen. METHODEN: Es wurde eine protokollgesteuerte (PROSPERO CRD42020187094) systematische Übersicht durchgeführt. Eine systematische Recherche wurde in sechs Datenbanken durchgeführt, darunter MEDLINE, Cochrane Library, EMBASE, PsychInfo von 2010 bis Juni 2020; sowie auf den Webseiten von Richtlinienorganisationen und Berufsvereinigungen. Die Qualität der Richtlinien wurde anhand des 'Appraisal of Guidelines for Research & Evaluation II' (AGREE II) Werkzeugs bewertet. Die Daten wurden mit einem vorab getesteten strukturierten Datenextraktionsformular extrahiert und narrativ zusammengefasst. Die Berichterstattung basierte auf den PRISMA-Richtlinien. ERGEBNIS: Insgesamt wurden 12.644 Datensätze identifiziert. Davon wurden 21 Richtlinien in diese Übersicht aufgenommen. Drei der einbezogenen Richtlinien bezogen sich auf komorbide Störungen, 11 auf SMI und 7 Richtlinien bezogen sich auf SUD. Sieben (von 18) Richtlinien zu einzelnen Störungen empfahlen nicht ausreichend die Bedeutung von Diagnose oder Behandlung von gleichzeitig auftretenden Störungen trotz ihrer hohen Ko-Prävalenz. Die Mehrheit der Richtlinien (n = 15) fehlten Empfehlungen zur Optimierung von Medikamenten in Übereinstimmung mit gleichzeitig auftretenden Störungen (SMI oder SUD), beispielsweise im Kontext von Wechselwirkungen zwischen Arzneimitteln. Soziale Ursachen und Folgen der Dualdiagnose, wie Obdachlosigkeit und Schutzmaßnahmen sowie verwandte Überweisungswege, wurden spärlich erwähnt. SCHLUSSFOLGERUNG: Trotz sehr hoher Co-Prävalenz haben klinische Richtlinien für SUD oder SMI oft nur begrenzte Überlegungen zu komorbiden Störungen in Diagnose, Behandlung und Management. Es besteht Bedarf, den Umfang, die Qualität und die Inklusivität von Richtlinien zu verbessern, um eine personenzentrierte und integrierte Versorgung anzubieten.
Alsuhaibani et al. (Freitag) haben diese Frage untersucht.
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