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Wie funktioniert das italienische System für Asylsuchende und Flüchtlinge? Wie beeinflussen die intrinsischen Merkmale des Systems die (neuen) Professionen? Gibt es verborgene Handlungsmuster, die aus ihren Alltagspraktiken hervorgehen? Diese Forschung subsumiert und versucht, über die oben aufgeworfenen Fragen hinauszugehen. Ziel der Forschung ist es, die Rolle der Sozialarbeiter als Straßenverwaltungsbeamte zu reflektieren, wobei ihr Ermessensspielraum und die Konsequenzen ihrer Handlungen berücksichtigt werden. Bevor eine detailliertere Analyse der Rolle der Sozialarbeiter als Straßenverwaltungsbeamte erfolgt, hebt der Artikel die historischen und politischen Wendepunkte der italienischen Aufnahmesysteme hervor und klärt, inwiefern die Einwanderungsfrage zu einer lokalen Angelegenheit geworden ist. Diese Studie nutzt ein qualitatives Forschungsdesign, das eine ethnografische Feldstudie, 55 Interviews mit Sozialarbeitern und zwei Fokusgruppen mit Inhabern eines internationalen Schutzstatus umfasst. Während ihrer Arbeit in einem vorübergehenden Aufnahmezentrum hat die Forscherin beobachtet, wie die unterschiedlichen Handlungen, Ideale und Rollen der Sozialarbeiter die Erfahrungen der Asylsuchenden erheblich beeinflussen und gestalten. Die Hypothese ist, dass, während die lokalen Behörden größeren Ermessensspielraum bei den Entscheidungen im Aufnahmesystem haben, eine neue Form der Straßenverwaltung durch die Alltagspraktiken der Sozialarbeiter entsteht.
Elena Giacomelli (Sat,) hat diese Frage untersucht.