Key points are not available for this paper at this time.
Diese zweiseitige Übersicht über die zeitgenössische russische Anthropologie konzentriert sich detailliert auf die Arbeiten mehrerer Wissenschaftler und situierte sie im sich wandelnden Landschaft der russischen Akademie. Das Hauptthema, das ich anspreche, sind Debatten über eine akademische Identität der russischen Anthropologie als ‚historische Wissenschaft‘. Angesichts der Tatsache, dass in der westlichen Anthropologie die Geschichte zu einer der führenden Methoden anthropologischer Analyse geworden ist und dass der Wendepunkt zur Geschichte eine radikale Neupositionierung des eigentlichen Themas der Anthropologie markierte, ist es wichtig zu untersuchen, wie solche Konfigurationen von Geschichte und Anthropologie in anderen anthropologischen Traditionen funktionieren und aus welchen Gründen man sich der Geschichte zuwendet oder, im Gegenteil, sie vermeidet, für spezifische nationale, kontinentale und transnationale anthropologische Schulen. In diesem Artikel erörtere ich diese Fragen, indem ich mich auf die Anthropologie in Russland konzentriere, mit dem Ziel, die Beziehung zwischen Anthropologie und Geschichte aus der Perspektive der Anthropologie der Zeit wieder zusammenzusetzen. Ich frage, welche zeitlichen Rahmenbedingungen die Beziehung zwischen Anthropologie und Geschichte untermauern. Ich erkunde diese Verständnisse ethnografisch, das heißt, durch ethnografische Interviews mit russischen Wissenschaftlern zusätzlich zu eingehenden Lesungen ihrer Arbeiten.
Nikolai Ssorin‐Chaikov (Wed,) hat diese Frage untersucht.