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Das Konzept der Verletzbarkeit hat sich als grundlegendes Konzept für medizinische Ethik und Forschungsethik weitgehend etabliert, wurde jedoch selten im Hinblick auf ethische Bewertungen der Bearbeitung des menschlichen Keimbahn-Genoms berücksichtigt. Ein erstes Ziel dieses Papiers besteht darin, Überlegungen zur Ethik der Verletzbarkeit fruchtbar zu machen für Fragen im Zusammenhang mit diesen technischen Innovationen. Die Möglichkeit, das Genom zu verändern, verspricht, Formen der Verletzbarkeit zu überwinden, die untrennbar mit unserer Existenz als körperliche Wesen verbunden sind, und würde es daher ermöglichen, die Resilienz der menschlichen Natur zu erhöhen oder sogar die Evolution voranzutreiben, indem Menschen mit neuen Charaktereigenschaften und verbesserten Fähigkeiten ausgestattet werden. Ich schlage eine differenziertere Unterscheidung verschiedener Anwendungszwecke vor als die Dichotomie von therapeutisch und verbessernd. Ich unterstütze die Ablehnung der meisten Anwendungszwecke als ‚therapeutisch‘ und behaupte, dass die Einordnung dieser Zwecke als ‚therapeutisch‘ im Kontext der aktuellen Diskurskonstellation das Risiko birgt, bestehende Verletzbarkeiten zu betonen. Im Hinblick auf intergenerationalen Verantwortlichkeiten lehne ich die Auffassung ab, dass die Bearbeitung der Keimbahn notwendigerweise zu korrumpierten zwischenmenschlichen Beziehungen führt, weshalb sie kategorisch ausgeschlossen werden muss. Ich komme zu dem Schluss, dass es dennoch wichtig ist, die Herausforderungen, die insbesondere aus einer Perspektive der Verletzbarkeit entstehen, sehr genau zu betrachten, bevor überhastet irreversible Tatsachen geschaffen werden.
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Michael U. Braunschweig
De Ethica A Journal of Philosophical Theological and Applied Ethics
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Michael U. Braunschweig (Di.) hat diese Frage untersucht.
synapsesocial.com/papers/68e6a3a7b6db643587626c99 — DOI: https://doi.org/10.3384/de-ethica.2001-8819.248159