Key points are not available for this paper at this time.
Zusammenfassung: Seit dem Mittelalter haben Augustinus und der Reichtum seiner Schriften einen enormen Einfluss auf das westliche philosophische Denken ausgeübt. Sein Ansatz zu Zeit und Gedächtnis, den er in seinem elften Buch der Bekenntnisse darlegt, ist eine der wichtigsten Quellen für die Forschung über die Philosophie der Zeit. Augustinus beschreibt die Zeit als eine permanente Bewegung, in der die Zukunft unaufhörlich durch eine unverbundene Gegenwart in die Vergangenheit übergeht. Nur der gegenwärtige Moment existiert, aber dieser gegenwärtige Moment ist unendlich kurz. Wenn die Vergangenheit nicht mehr ist, die Zukunft noch nicht ist und die Gegenwart unteilbar kurz ist, wird memoria zum bestimmenden Faktor des menschlichen Bewusstseins. Augustinus' Theorie von Gedächtnis und Zeit offenbart eine erkenntnistheoretische Verbindung mit dem Funktionieren des menschlichen Bewusstseins. Da sein Verständnis von Zeit und Gedächtnis bereits von großer Relevanz in vielen interdisziplinären Ansätzen ist, kann es auch für die Philosophie der Musikpädagogik wichtig werden. Die Neuinterpretation von Augustinus' Konzept der memoria kann uns neuen Schwung bei Fragen zur ästhetischen Bildung, Cancel-Culture und utopischem Denken geben.
Martin Berger (Fr,) untersuchte diese Frage.