Key points are not available for this paper at this time.
Myalgische Enzephalomyelitis/Chronisches Fatigue-Syndrom (ME/CFS) ist eine belastende chronische Erkrankung, die durch ungelöste Müdigkeit, Verschlechterung der Symptome nach Anstrengung (PESE), kognitive Dysfunktion, orthostatische Intoleranz und andere Symptome gekennzeichnet ist. ME/CFS fehlt es an etablierten klinischen Biomarkern und erfordert eine weitere Aufklärung der Krankheitsmechanismen. Eine wachsende Anzahl von Studien zeigt Anzeichen hämatologischer und kardiovaskulärer Pathologie in ME/CFS-Kohorten, einschließlich hyperaktivierter Thrombozyten, endothelialer Dysfunktion, vaskulärer Dysregulation und anomalen Gerinnungsprozessen. Um auf diesen Erkenntnissen aufzubauen und potenzielle Biomarker zu identifizieren, die mit der Pathophysiologie in Verbindung gebracht werden können, haben wir Unterschiede in der Proteinexpression in Thrombozyten-armem Plasma (PPP) von 15 ME/CFS-Studienteilnehmern und 10 Kontrollen, die zuvor nicht mit SARS-CoV-2 infiziert waren, unter Verwendung von DIA LC-MS/MS gemessen. Wir identifizierten 24 Proteine, die in der ME/CFS-Gruppe im Vergleich zu den Kontrollen signifikant erhöht sind, und 21 Proteine, die signifikant herunterreguliert sind. Proteine, die mit Gerinnungsprozessen in Verbindung stehen – Thrombospondin-1 (wichtig für die Thrombozytenaktivierung), Thrombozytenfaktor 4 und Protein S – waren in der ME/CFS-Gruppe unterschiedlich exprimiert, was auf ein dysreguliertes Gerinnungssystem und eine abnormalen endothelialen Funktion hinweist. Die Komplementmaschinerie war ebenfalls signifikant herunterreguliert, einschließlich C9, das Teil des Membranangriffskomplexes ist. Darüber hinaus identifizierten wir eine signifikante Hochregulation von Lactotransferrin, Protein S100-A9 und einer Immunoglobulin-Variante. Die Ergebnisse dieses Experiments unterstützen weiter die Rolle des Gerinnungs- und Immunsystems bei ME/CFS und lenken die Aufmerksamkeit auf die Pathologie des Endothels oder die darauf ausgeübte Belastung. Diese Studie hebt potenzielle Systeme und Proteine hervor, die weiteren Untersuchungen hinsichtlich ihres Beitrags zur Pathogenese von ME/CFS, zur Symptomausprägung und zum Biomarker-Potenzial bedürfen, und bietet auch Einblicke in das hämatologische und kardiovaskuläre Risiko für von Diabetes mellitus betroffene ME/CFS-Patienten. Graphische Zusammenfassung: (Abbildung dargestellt.)
Nunes et al. (Dienstag) untersuchten diese Frage.