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Zielsetzung: Die in elektronischen Gesundheitsakten (EHRs) erfassten ICD-Codes (Internationale Klassifikation der Krankheiten) werden häufig zur Erstellung von Patientenkohorten oder zur Definition von Phänotypen verwendet. Inkonsistente Zuordnungen von Codes können den Nutzen solcher Kohorten verringern. Wir haben die Zuverlässigkeit der Zuweisung von ICD-Codes über Zeit und Ort in einem US-Gesundheitssystem zum Zeitpunkt des Übergangs von ICD-9-CM (ICD, 9. Revision, klinische Modifikation) zu ICD-10-CM (ICD, 10. Revision, klinische Modifikation) bewertet. Materialien und Methoden: Mit Hilfe von Clustern äquivalenter Codes, die aus den allgemeinen Äquivalenzkarten (GEM) der US-Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention abgeleitet wurden, wurden die ICD-Zuordnungen untersucht, die während des Übergangs von ICD-9-CM zu ICD-10-CM in den EHR-Daten der US-Veteranenverwaltung Central Data Warehouse stattfanden, unter Verwendung von Deep-Learning- und statistischen Modellen. Diese Modelle wurden dann verwendet, um plötzliche Veränderungen während des Übergangs zu erkennen; zusätzlich wurden Änderungen an jedem VA-Standort untersucht. Ergebnisse: Viele der 687 am häufigsten verwendeten Codecluster wiesen ICD-10-CM-Zuordnungen auf, die erheblich von den in ICD-9-CM verwendeten Codes abwichen. Manuelle Überprüfungen einer zufälligen Stichprobe ergaben, dass 66 % der Cluster problematische Änderungen aufwiesen, wobei 37 % keine offensichtlichen Erklärungen hatten. Bemerkenswert ist, dass das beobachtete Muster der Änderungen an den verschiedenen Versorgungsstandorten stark variierte. Diskussion und Fazit: Die beobachtete Kodierungsvariabilität über Zeit und Orte deutet darauf hin, dass ICD-Codes in EHRs unzureichend sind, um eine semantisch zuverlässige Kohorte oder einen Phänotyp zu etablieren. Während einige Variationen bei einer Änderung der Kodierungsstruktur zu erwarten sein könnten, deutet die Inkonsistenz über die Standorte hinweg auf weitere Schwierigkeiten hin. Forscher sollten sorgfältig überlegen, wie Kohorten und interessierende Phänotypen ausgewählt und definiert werden.
Nelson et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.