ZUSAMMENFASSUNG Der Zusammenbruch der UdSSR zwang neu unabhängige Staaten, nationale Identitäten zu formen, während sie mit imperialen Erbschaften kämpften. Diese Studie untersucht die Strategien des Nation-Buildings in den postsowjetischen Staaten während 1990–1999 und verwendet den Datensatz der Nation-Building Policies (NBP) aus dem ETHNICGOODS-Projekt, der alle sozial und politisch relevanten Minderheitengruppen umfasst. Durch den Einsatz von Clusteranalysen werden drei Typologien der Nation-Building-Politik identifiziert: niedrige, moderate und hohe Inklusion. Diese Typologien zeigen unterschiedliche Niveaus der Minderheiteninklusion in der Sprachbildung, in der Staatsbürgerschaftspolitik und in verfassungsrechtlichen Maßnahmen. Durch die Untersuchung kurzfristiger Variationen und die Verwendung des Jahres 2020 als Bezugspunkt stellt diese Studie die vereinfachte Sicht auf das postsowjetische Nation-Building als einheitlich 'nationalisierend' in Frage und hebt bedeutende regionale und gruppenspezifische Unterschiede hervor. Politische Verschiebungen spiegeln dynamische Interaktionen zwischen Staaten und Minderheiten wider, die von geografischen, kulturellen und politischen Faktoren beeinflusst werden. Die Ergebnisse erweitern das Verständnis der vielfältigen Ansätze des Nation-Buildings und bieten umfassendere Einblicke in die zeitgenössischen Minderheitenbeziehungen in Osteuropa, Zentralasien und dem Kaukasus, was zu vergleichenden Studien über Nation- und Staatsbildung beiträgt.
Amasyalı et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.
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