Der Blick auf die menschliche Kommunikation aus der Perspektive der Semiotik erweitert unsere Sicht über die verbale Sprache hinaus und betrachtet andere Zeichensysteme und Sinnstiftungsressourcen. Dazu gehören Gesten, Körpersprache, Bilder und Klänge. Aus dieser Perspektive erweitert sich der Kommunikationsprozess von individuellen mentalen Prozessen der Verbalisation um Merkmale der Umgebung, dem Ort und Raum, in dem die Kommunikation stattfindet. Es kann sein – und es ist heute zunehmend der Fall – dass Sprache durch digitale Netzwerke vermittelt wird. Online-Kommunikation ist auf praktisch allen Plattformen multimodal geworden. Gleichzeitig sind mobile Geräte unverzichtbare digitale Begleiter geworden, die unsere perceptiven und kognitiven Fähigkeiten erweitern. Fortschritte in der künstlichen Intelligenz ermöglichen Werkzeuge, die erhebliches Potenzial für das Sprachenlernen haben und zugleich die Beziehung zwischen Menschen und der materiellen Welt komplexer gestalten. In dieser Kolumne werden wir den Wandel der Perspektiven auf die Rolle von Ort und Raum im Sprachenlernen betrachten, da mobile, eingebettete, virtuelle und realitätsverändernde Technologien eine immer größer werdende Rolle in unserem Leben spielen. Das Verständnis dieser Dynamik wird durch Theorien und Modelle wie 4E-Kognition und Soziomaterialismus unterstützt, die engere Verbindungen zwischen menschlicher Kognition/Sprache und der Welt um uns herum postulieren.
Robert Godwin‐Jones (Mon,) hat diese Frage untersucht.