Zusammenfassung Atmosphärische Fluchtprozesse sind entscheidend für die Gestaltung der langfristigen Oberflächenbewohnbarkeit von terrestrischen Planeten. Eine zentrale Frage ist, wie planetare Magnetfelder die atmosphärische Flucht beeinflussen. Auf dem heutigen Mars gibt es magnetische Anomalien in der Kruste, die überwiegend in der Südhalbkugel vorkommen, deren Einfluss auf die Flucht ionosphärischer schwerer Ionen weiterhin diskutiert wird. Basierend auf MAVEN-Beobachtungen schlagen wir einen neuen Mechanismus vor, um zu erklären, wie ionosphärische schwere Ionen aus Regionen mit starken magnetischen Anomalien der Kruste entweichen können. Dieser Mechanismus wird durch eine Rekombination zwischen dichten interplanetaren und krustalen Magnetfeldern ausgelöst, die magnetische Spitzen mit offenen Feldlinien bilden und Plasmastrahlen erzeugen, die auf die krustalen Anomalien einwirken. Innerhalb dieser Anomalien zeigen Ionen und Elektronen unterschiedliche räumliche und zeitliche Verhaltensweisen, was zu einer Ladungstrennung und der Bildung eines elektro- statischen Potenzials führt. Dieses Potenzial hebt kalte, schwere Ionen aus der Ionosphäre entlang offener Feldlinien zu Fluchthöhen. Der Prozess erfolgt innerhalb von Minuten und erzeugt lokalisierte Fluchtfluxe, die bis zu zwei Größenordnungen höher sind als die Hintergrundwerte. Dieses explosive Austrittmuster könnte eine Bedeutung für andere unmagnetisierte oder schwach magnetisierte Planeten haben, bei denen sich magnetosphärische und ionosphärische Grenzen kreuzen.
Cheng et al. (Mon.) haben diese Frage untersucht.