Aufgrund unzureichender Emissionsminderungen in den letzten Jahren ist es zunehmend wahrscheinlich, dass die globale Erwärmung in den kommenden Jahrzehnten die Temperaturgrenze von 1,5 °C überschreiten wird. Infolgedessen könnten mehrere Kippelemente des Erdsystems zumindest vorübergehend ihre Kippunkte überschreiten, was Risiken für großflächige und tiefgreifende strukturelle Veränderungen mit sich bringt. Kippen tritt nicht immer sofort nach dem Überschreiten eines solchen kritischen Schwellenwertes auf. Wenn die globalen Durchschnittstemperaturen in den kommenden Jahrzehnten jedoch unter solche langfristigen kritischen Werte gesenkt werden können, könnte ein Kippen noch vermieden werden. Daher ist ein verbessertes Verständnis erforderlich, ob Kippen vermeidbar bleibt, für welche Systeme und unter welchen Bedingungen. Hier überprüfen wir, wie die Minimierung der Größe und Dauer eines Temperaturüberschusses über 1,5 °C entscheidend für die Minimierung der Kipp-Risiken ist. Sowohl die Größe als auch die Dauer jeglicher Überschüsse über 1,5 °C zu begrenzen, ist entscheidend für die Reduzierung der Kipp-Risiken. Kippelemente mit schnellen Reaktionszeiten, wie warme Korallenriffe, sind besonders anfällig für Überschüsse. Im Gegensatz dazu können solche mit langsamen Reaktionszeiten, wie polare Eisschilde, weniger empfindlich gegenüber vorübergehenden Überschüssen sein. Potenzielle Wechselwirkungen zwischen Kippelementen und zusätzlichen menschlichen Belastungen, wie Abholzung im Amazonas oder Verschmutzung und Störung von Korallenriff-Lebensräumen, können die Kippunkte weiter senken, was den Bereich der Überschussverläufe einschränkt, die immer noch vermieden werden können. Die Anfälligkeit vieler Kippelemente, selbst unter kürzeren Überschussbedingungen, unterstreicht, dass die globale Erwärmung unter 2 °C über vorindustriellen Niveaus liegen muss, so schnell wie möglich unter 1,5 °C zurückkehren muss (d.h. innerhalb dieses Jahrhunderts) und danach auf rund 1 °C gesenkt werden muss.
Ritchie et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.