Dieser Vortrag untersucht die sich entwickelnde Rolle der Vaterschaft und der Familienpolitik in Ungarn vom späten sozialistischen Zeitraum bis heute und hebt hervor, wie Ideen von Elternschaft durch breitere politische Transformationen geprägt wurden. Er konzentriert sich auf die Politizierung der "Familienwerte", sowohl historisch als auch in der zeitgenössischen autoritären Regierungsführung. Begonnen in den späten 1970er Jahren entstand ein Diskurs über die ideale sozialistische Familie, der Geschlechtergleichheit in der Betreuung förderte. Experten und Medien sprechen die innere Rolle der Väter an, während Ágnes Geréb anfing, Väter im Kreißsaal zuzulassen. Obwohl diese Entwicklungen einen Wandel hin zur Geschlechteregalität signalisierten, wurden solche Ideale nie vollständig mainstream. Nach dem Zusammenbruch des Sozialismus tauchten neue Väterrechtsgruppen auf, viele von ihnen orientierten sich an rechtspopulistischen Parteien und Anti-Abtreibungsbewegungen. Die heutigen autoritären Regierungen nutzen "demografischen Populismus", um Familienpolitiken zu instrumentalisieren, um Macht zu konsolidieren und traditionelle Geschlechterrollen durchzusetzen. Dieser Vortrag wurde im Rahmen der internationalen Online-Vortragsreihe DEMFAM Thursday Talks gehalten. Elternschaft neu denken in Mittel- und Osteuropa: historische und zeitgenössische Perspektiven, organisiert vom ERC-Projekt Demokratisierung der Familie? Geschlechtergleichheit, elterliche Rechte und das Wohlergehen von Kindern in der zeitgenössischen globalen Geschichte.
Svegel et al. (Thu,) haben diese Frage untersucht.