Hintergrund: Wechseljahresbeschwerden stellen weltweit erhebliche sozioökonomische Belastungen dar, wobei die Nutzung der Hormonersatztherapie (HRT) aufgrund von Sicherheitsbedenken aus der Women’s Health Initiative-Studie zurückgegangen ist. Dies hat das Interesse an traditioneller koreanischer Medizin (TKM) und integrativen Ansätzen zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden erhöht. Ziel: Analyse der Behandlungsmuster und der Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten bei Frauen mit Wechseljahresbeschwerden, Vergleich von TKM-Monotherapie mit kombinierten TKM-Western-Medizin-Ansätzen unter Verwendung nationaler Gesundheitsversicherungsdaten. Methoden: Diese retrospektive Kohortenstudie analysierte 9 Jahre (2015-2023) von Daten des Health Insurance Review and Assessment Service für 71.381 Frauen, bei denen Wechseljahresbeschwerden diagnostiziert wurden. Die Patientinnen wurden in Gruppen für TKM-Monotherapie und kombinierte TKM-Western-Medizin eingeteilt. Behandlungsmuster, Medikamentennutzung und klinische Merkmale wurden zwischen den Gruppen verglichen. Ergebnisse: Die HRT-Nutzungsraten blieben auf einem Niveau von 15-18% mit einem jüngsten Rückgang. Die Gruppe mit kombinierter Therapie zeigte eine signifikant längere Behandlungsdauer (707,8 vs. 55,3 Tage), Besuche (15,5 vs. 5,7) und HRT-Nutzung (78,6% vs. 6,2%) im Vergleich zur TKM-Monotherapie. Die Prävalenz von Komorbiditäten war in der kombinierten Gruppe höher: Depressionen (17,7% vs. 11,1%), Schlafstörungen (22,6% vs. 16,1%) und Osteoporose (17,3% vs. 13,6%). Akupunktur wurde bei 90,9% der TKM-Patienten verwendet, überwiegend in Kombination mit Schröpfen (71,9%) und Wärmebehandlung (61,6%). Die häufigste Kombination war Akupunktur + Schröpfen + Wärmebehandlung (26,8%). Die Verschreibungen westlicher Medizin wurden dominiert von Schmerzmitteln-Fiebersenkern (73,4%), gastrointestinalen Medikamenten (71,3%) und Psychopharmaka (30,9%). Schlussfolgerungen: Diese Studie zeigte unterschiedliche Muster der Inanspruchnahme von Gesundheitsdiensten zwischen den Behandlungsgruppen und deutet darauf hin, dass Patienten der kombinierten Therapie eine komplexere, behandlungsresistente Population darstellen, die eine langfristige, facettenreiche Betreuung benötigt. Patienten der TKM-Monotherapie bevorzugten nicht-pharmakologische Behandlungen mit kürzeren Behandlungsdauern. Diese Ergebnisse unterstützen die Notwendigkeit individueller, integrierter Behandlungsstrategien basierend auf den Patienteneigenschaften und der Komplexität der Symptome. Zukünftige Forschungen sollten klinische Ergebnisse bewerten und evidenzbasierte Leitlinien für integrierte Wechseljahresversorgung innerhalb der Gesundheitssysteme erstellen.
Park et al. (Sun,) untersuchten diese Frage.