Die Dekolonisierung der Wissensproduktion bleibt eine kritische Angelegenheit innerhalb der Afrikastudien, wo Forschungsagenda und Methodologien oft von externen erkenntnistheoretischen Rahmenbedingungen geprägt sind. Dies schafft eine Spannung zwischen dem globalen akademischen Diskurs und dem Streben nach epistemischer Souveränität auf dem Kontinent. Diese Studie untersucht die spezifischen Herausforderungen und Perspektiven, denen sich Wissenschaftler in Senegal bei der Durchführung von Afrikastudien gegenübersehen. Ziel ist es, die strukturellen, institutionellen und epistemologischen Barrieren für lokal geführte Wissensproduktion zu analysieren und Wege zur Stärkung der endogenen Forschungskapazitäten zu identifizieren. Es wurde ein qualitatives, multi-methodisches Design verwendet, das aus vertiefenden, semi-strukturierten Interviews mit einer gezielt ausgewählten Kohorte etablierter und aufstrebender Forscher bestand. Dies wurde durch eine thematische Analyse von institutionellen politischen Dokumenten und Forschungsanträgen großer akademischer Institutionen ergänzt. Ein dominantes Thema war der allgegenwärtige Einfluss externer Finanzierungsprioritäten, das von über 80 % der Befragten als erheblich verzerrend für Forschungsagenda im Hinblick auf lokal identifizierte Bedürfnisse berichtet wurde. Forscher beschrieben die Navigation durch eine komplexe „doppelte Loyalität“ sowohl gegenüber internationalen Publikationsstandards als auch gegenüber gemeinschaftsrelevanten Wissenssystemen. Das Streben nach epistemischer Souveränität in den senegalesischen Afrikastudien ist ein angespanntes, aber aktives Verfahren, das durch Verhandlungen innerhalb asymmetrischer globaler Wissensökonomien gekennzeichnet ist. Institutionelle Erbgüter und Abhängigkeiten von Finanzierungen schränken weiterhin die Autonomie ein, obwohl identifizierbare Räume für strategische Möglichkeiten existieren. Nationale Forschungsräte sollten spezielle Finanzierungsströme für gemeinschaftspriorisierte Forschungsthemen etablieren. Universitäten müssen kritische Pädagogik zur epistemischen Gerechtigkeit in die postgraduate Ausbildung integrieren und Partnerschaften mit lokalen kulturellen Institutionen formal gestalten, um Methoden zu verankern. epistemische Souveränität, Dekolonisierung von Wissen, Afrikastudien, Forschungskapazität, Senegal, qualitative Forschung. Dieses Papier bietet eine neuartige Analyse des Rahmens der „doppelten Loyalität“ als einen Schlüsselmechanismus, durch den Forscher die Anforderungen der globalen Akademia und lokalen epistemischen Gemeinschaften aushandeln, und bietet eine neue Perspektive für das Verständnis von Handlungsmacht in postkolonialen Forschungslandschaften.
Aminata Diop (Dienstag,) untersuchte diese Frage.
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