Der Klimawandel bedroht zusammen mit dem Anstieg des Meeresspiegels und veränderten Hydrodynamiken Küstensysteme wie das Wattenmeer. Gleichzeitig gewinnen naturbasierte Lösungen (NbS) im Küstenschutz an Bedeutung, da die Pufferfunktion von Vegetation wie Seegras anerkannt wird. Diese Studie bewertet hypothetische Szenarien der Ausweitung von Seegraswiesen als NbS und beurteilt deren Potenzial zur Minderung von Küstenrisiken unter gegenwärtigen und zukünftigen Klimabedingungen. Zeitabschnittssimulationen für die Jahre 1997 und 2090 wurden mit dem unstrukturierten SCHISM-Modellrahmen durchgeführt, der Hydrodynamik, Wellenwirkung, Sedimentdynamik sowie ein Vegetationsmodul, welches die Primäreffekte von Seegras auf Strömung und Turbulenz abbildet, koppelt. Paarweise Simulationen unter dem RCP8.5-Szenario mit und ohne Vegetation wurden durchgeführt, um die Abschwächung von Strömungen, Wellenenergie, Bodenspannung und Sedimentkonzentrationen zu quantifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass trotz eines Rückgangs der relativen Abschwächungsleistung um 20 % durch den Meeresspiegelanstieg Seegraswiesen eine erhebliche Dämpfungskapazität behalten. Die Wellenhöhen wurden in flachen Bereichen um 30 % reduziert, mit noch größeren absoluten Reduktionen in tieferen Zonen mit erhöhter Wellenaktivität. Die Abschwächung der Bodenspannung überstieg häufig 60 %, begleitet von niedrigeren Sedimentkonzentrationen nahe dem Boden. Obwohl die Studie auf Hydrodynamik und einen Zeitabschnittsansatz beschränkt ist, weist sie auf mögliche Veränderungen der Abschwächungseffizienz von Seegras unter Meeresspiegelanstieg hin, unterstreicht die Rolle von Sedimentanreicherung zum Ausgleich des Nettowasserzuwachses für eine erhaltene bathymetrische Kontrolle und plädiert für seegrasbasierte naturbasierte Lösungen in der Küstenanpassung.
Jacob et al. (Sun,) untersuchten diese Fragestellung.
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