Dieser Artikel widmet sich der Untersuchung der Wechselbeziehung zwischen Kunst, Literatur und Wissenschaft und den spirituellen Traditionen des alten Indiens. Basierend auf der Analyse vedischer Texte, epischer Monumente und Abhandlungen über Grammatik, Mathematik, Astronomie und die Theorie der schönen Künste wird demonstriert, dass in der indischen Zivilisation Erkenntnis und schöpferische Aktivität untrennbar mit der religiösen und philosophischen Weltanschauung verbunden waren. Die Konzepte von Dharma, ṛta und Moksha prägten nicht nur ethische Normen, sondern auch ästhetische Prinzipien, wissenschaftliche Methoden und literarische Kanons. Ziel der Studie ist es, die Mechanismen zu identifizieren, durch die spirituelle Traditionen alle Formen kreativer und kognitiver Aktivitäten strukturierten. Die Forschungsunterlagen umfassen den vedischen Textkörper, die Sanskrit-Poetik (das Nāṭyaśāstra), das sprachliche System von Pāṇini, mathematische Texte von Āryabhaṭa und Abhandlungen des Vāstuśāstra. Der methodologische Rahmen umfasst historische-kulturelle Analysen, die vergleichend-typologische Methode und die Hermeneutik heiliger Texte. Die Ergebnisse zeigen, dass es im alten Indien keine grundlegende Unterscheidung zwischen heiligem und wissenschaftlichem Wissen gab.
Madaminova et al. (Mittwoch) haben diese Frage untersucht.