Einleitung Die Ethik der künstlichen Intelligenz wird oft als Reaktion auf beispiellose technische Autonomie dargestellt, wobei Risiken den jüngsten Fortschritten im maschinellen Lernen und der Skalierung zugeschrieben werden. Diese Darstellung übergeht eine wiederkehrende ethische Struktur: die Delegation moralischer Autorität an künstliche Akteure. Ethische Mängel in Verbindung mit KI lassen sich am besten als Governance-Mängel verstehen, die in menschlichen Designentscheidungen und Verantwortungsvereinbarungen verwurzelt sind, selbst wenn Opazität und begrenzte Kontrolle die Zuordnung von Verantwortung erschweren. Methoden Ein qualitativer, interdisziplinärer Ansatz integriert historische-thematische Analysen, einen vergleichenden Interpretationsansatz technologischer Artefakte und eine visuelle-konzeptionelle Synthese. Mythologische Figuren (Talos, der Golem, Pygmalion), frühe mechanische Automaten und grundlegende rechnerische Systeme werden als konzeptionelle Modelle der delegierten künstlichen Agentur analysiert, anstatt als technologische Vorläufer. Ergebnisse Über verschiedene historische Kontexte hinweg zeigen künstliche Akteure konsistente strukturelle Merkmale: begrenzte Autonomie, delegierte Autorität, explizite Übersteuerungsmechanismen und Abhängigkeit von menschlicher Aufsicht. Diese Merkmale korrelieren direkt mit zeitgenössischen ethischen Bedenken in der KI, einschließlich Abgleichfehlern, Verantwortungslücken, Kontrolle durch Menschen im Prozess und der Interruptibilität von Systemen. Diskussion Die Analyse stellt fest, dass ethisches Risiko in der KI aus der Verlagerung menschlicher Verantwortung resultiert, nicht aus der Autonomie von Maschinen. Indem die Studie die KI in eine längere Geschichte künstlicher Agentur einordnet, bietet sie einen normativen Rahmen, der moralische Verantwortung eindeutig bei menschlichen Akteuren und Institutionen verortet, mit direkten Konsequenzen für die Governance und Verantwortung von KI.
Petar Radanliev (Mi,) untersuchte diese Frage.