Mit dem raschen Fortschritt der Korpussprache und der Technologien zur Verarbeitung natürlicher Sprache haben sich die Messung und Analyse der textuellen Kohäsion als Schwerpunkt in der Bewertung des Schreibens in einer Zweitsprache (L2) herausgebildet. Allerdings bleibt die Beziehung zwischen Schreibqualität und textueller Kohäsion unter L2-Schreibern aus verschiedenen kulturellen Hintergründen unzureichend erforscht. Diese Studie erstellt ein kleines Korpus auf der Grundlage des ELLIPSE-Datensatzes, nutzt „Distance Learning“ als Schreibanreiz und verwendet das TAACO-Tool zur quantitativen Analyse von 489 L2-Schreibproben. Die Ergebnisse zeigen, dass der kulturelle Hintergrund keinen signifikanten Einfluss auf die Schreibqualität hat. Darüber hinaus weisen sowohl die globale Kohäsion als auch die Textkohäsion auf Textebene eine signifikante positive Korrelation mit der Schreibqualität auf. Von den 168 untersuchten Kohäsionsmerkmalen erklärt eine Kombination aus vier Schlüsselindizes: funktionales Wort MATTR, überlappende Funktion von zwei benachbarten Absätzen, Lemma MATTR und binäre überlappende Pronomenlemata von zwei benachbarten Absätzen, 17,2 % der Varianz in der Schreibqualität. Diese Ergebnisse heben die entscheidende Rolle der textuellen Kohäsion bei der Bewertung von L2-Schreiben aus einer interkulturellen Perspektive hervor und bieten theoretische Erkenntnisse für den Englischunterricht sowie praktische Auswirkungen auf die Entwicklung automatisierter Aufsatzbewertungssysteme.
Lingyu Yi (2025) hat diese Frage untersucht.