Der Artikel untersucht das Aufkommen des anthropologischen Ansatzes als Gegensatz zum naturwissenschaftlichen Ansatz, der die Untersuchung der Gesetze der Natur betont. Der Autor verfolgt die Evolution des Verständnisses von "Mensch im Allgemeinen" vom Traktat von Pico della Mirandola bis zur philosophischen Anthropologie von Immanuel Kant und Max Scheler. Er zeigt, dass die Ausbildung des anthropologischen Ansatzes im Kontext der Suche nach einer ultimativen Ontologie in der Neuzeit erfolgt. Eine wesentliche Unterscheidung wird zwischen dem abstrakten "Mensch im Allgemeinen", der als philosophisches Konstrukt zur Behandlung der Weltanschauungsfragen der Moderne dient, und dem konkreten Individuum, das in Literatur und Bekenntnissen beschrieben wird, getroffen. Durch die Analyse der Konzepte von Immanuel Kant und Max Scheler zeigt der Autor, wie die persönlichen existenziellen Probleme der Denker auf ihre anthropologischen Modelle und Konzepte projiziert wurden. Dies ist besonders in den Werken und Studien von Max Scheler evident. In dieser Hinsicht werden die Positionen von Schelers philosophischer Anthropologie im Vergleich zu Kants Ansatz analysiert. Während Kant an der Beziehung zwischen dem Natürlichen und dem Persönlichen im Menschen interessiert ist, konzentriert sich Scheler auf die Fragen des Geistes und des biologischen Elements, die Natur der Persönlichkeit als Zentrum des Göttlichen sowie auf die Ursachen der modernen Krise, die er mit der "Krankheit des Geistes" verbindet, die durch falsche Theorien verursacht wird. Der Autor wirft die Frage auf: Ist Wissen über das konkrete Individuum notwendig, um ein universelles anthropologisches Konzept zu konstruieren? Dabei stellt er fest, dass das Konzept für Scheler untrennbar mit seiner persönlichen Weltanschauung verbunden ist und schließt, dass anthropologische Forschung nur dann sinnvoll wird, wenn sie dazu dient, die ultimativen ontologischen Grundlagen der Kultur zu enthüllen. Abschließend wird die Frage nach den Grenzen des anthropologischen Ansatzes aufgeworfen: Der Autor behauptet, dass dieser Ansatz nicht als universale Grundlage für die Philosophie dienen kann, sondern nur in bestimmten Bereichen menschlicher Aktivität, wie Esoterik und im Kontext der zeitgenössischen kulturellen Krise der Moderne, wo der Fokus von universellen Schemen auf konkrete Individuen verschoben wird, von Wert ist.
Вадим Маркович Розин (Thu,) hat diese Frage untersucht.