Vor dem Hintergrund der Spannungen zwischen globaler, regionaler und nationaler Governance untersucht diese Dissertation die Rolle von Geldtransfermaßnahmen in Argentinien und Paraguay (MERCOSUR) sowie Deutschland und Portugal (EU) während der COVID‑19‑Pandemie (2020–2022). Auf Basis von zehn Indikatoren zu Volkswirtschaft, Arbeitsmärkten sowie Armut und Ungleichheit sowie einer qualitativen Analyse offizieller Dokumente zeigt die Studie, dass Nationalstaaten auf beitragsfreie Geldtransfers zurückgriffen, um sozialen Schutz zu gewährleisten. Das Fehlen eines globalen Governance‑Ansatzes verstärkte die Rolle der Nationalstaaten in der Sozialpolitik, führte jedoch zu ungleichen und fragmentierten Maßnahmen, geprägt von den jeweiligen sozioökonomischen Bedingungen und Regierungslogiken. Dadurch entstanden spezifische sozialpolitische Konfigurationen, die die Thematisierung sozialer Fragen, die Ausgestaltung, Umsetzung und Finanzierung der Transfers beeinflussten. Insgesamt zeigt die Arbeit, dass Geldtransfers – bei gleichzeitiger Stärkung bestehender Mechanismen – eine zentrale Rolle im sozialen Schutz spielten. Ihre Ausgestaltung beruhte jedoch auf nationalen Wohlfahrtstraditionen und politischen Pfadabhängigkeiten. Die Ergebnisse verdeutlichen, dass MERCOSUR‑Länder angesichts höherer Arbeitslosigkeit und Armut stark auf gezielte und auf neue Gruppen ausgeweitete Transfers setzten, während EU‑Staaten auf robustere Sozialversicherungssysteme mit begrenzteren und weniger zielgerichteten Maßnahmen zurückgriffen.
Joaquín Baliña (Thu,) studied this question.