Zielsetzung – Diese Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen Environmental-, Social- und Governance- (ESG) Performance und finanziellen Ergebnissen europäischer Banken. Analysiert wird, ob ESG-Engagement mit Profitabilität und Kreditrisiko verbunden ist, welche Rolle einzelne ESG-Säulen spielen und ob die Bankgröße diese Beziehungen im europäischen Kontext moderiert. Methodik – Grundlage ist ein Paneldatensatz europäischer Banken für den Zeitraum 2016–2024. Die finanzielle Performance wird anhand von Return on Assets (ROA), Return on Equity (ROE) sowie der Non-Performing-Loan (NPL)-Quote als Kreditrisikomaß gemessen. Fixed-Effects-Regressionen kontrollieren für unbeobachtete zeitinvariante bankenspezifische Heterogenität. Theoretisch basiert die Analyse auf der Stakeholder-Theorie, der Legitimitätstheorie und dem Resource-Based View (RBV). Ergebnisse – Die Ergebnisse zeigen begrenzte Zusammenhänge zwischen ESG-Performance und Profitabilität. Für ROA ergibt sich kein signifikanter Effekt, während für ROE in der alternativen ESG-Spezifikation ein positiver Zusammenhang besteht. Gleichzeitig ist höhere ESG-Performance signifikant mit niedrigeren NPL-Quoten verbunden, was auf einen prudenziellen Risikominderungsmechanismus hinweist. Die disaggregierte Analyse zeigt, dass vor allem soziale und Governance-Dimensionen zur Reduktion des Kreditrisikos beitragen. Moderationstests liefern begrenzte Evidenz dafür, dass größere Banken ESG-Engagement in marginale Effizienzgewinne übersetzen, während der risikomindernde Effekt größenunabhängig bleibt. Limitationen – Die Analyse basiert auf Paneldaten europäischer Banken, wodurch kausale Schlussfolgerungen eingeschränkt bleiben. Zudem berücksichtigt sie nur bilanzielle Performancemaße und schließt marktbasierte Kennzahlen aus. Zukünftige Forschung könnte andere Regionen untersuchen oder alternative Identifikationsstrategien einsetzen. Implikationen – Die Ergebnisse zeigen, dass ESG-Integration zur Stabilität und Qualität von Bankaktiva beiträgt und im europäischen Sustainable-Finance-Rahmen die finanzielle Resilienz stärkt, während Profitabilitätseffekte begrenzt bleiben. Beitrag – Durch die gemeinsame Analyse von Profitabilität und Kreditrisiko, die Betrachtung der ESG-Säulen sowie die Untersuchung von Größenmoderation liefert diese Arbeit neue Evidenz zum prudenziellen Wirkungsmechanismus von ESG im europäischen Bankensektor. Schlagwörter – ESG; Europäische Banken; Finanzielle Performance; Kreditrisiko; Notleidende Kredite; Nachhaltige Finanzierung
Sebastian Leo Stangassinger (Thu,) studied this question.