Die Bauindustrie bleibt einer der gefährlichsten Sektoren weltweit, in dem die anhaltenden Unfallraten die Einschränkungen aufzeigen, die mit einer rein technischen und regulativen Kontrolle verbunden sind. In diesem Kontext wurde die Sicherheitskultur weitgehend als entscheidender Faktor für die Leistung anerkannt. Während die Sicherheitskultur theoretisch als eine organisatorische Eigenschaft verstanden wird, die gemeinsame Werte und Normen in Bezug auf Sicherheit widerspiegelt, wird sie in der Praxis oft durch Compliance-Indikatoren und Managementinitiativen operationalisiert. Diese Studie untersucht daher, wie sich die Sicherheitskultur innerhalb von Bauprojekten in Australien und China durch die alltäglichen Praktiken und Interpretationen von Managementteams entwickelt, die unter unterschiedlichen sozio-kulturellen und regulatorischen Rahmenbedingungen operieren. Semistrukturierte Interviews mit 20 Fachleuten wurden thematisch analysiert, um wiederkehrende Konfigurationen von Verantwortung, Autorität und Engagement zu identifizieren. Die Ergebnisse zeigen, dass in Australien partizipative Führung und geteilte Verantwortung durch relativ stabile regulatorische Rahmenbedingungen gestärkt wurden, während in China die hierarchische Aufsicht und compliance-orientierte Durchsetzung durch fragmentierte Governance und Produktionsdruck geprägt waren. Diese Ergebnisse verdeutlichen, wie sich die Sicherheitskultur in verschiedenen institutionellen Kontexten durch kontextabhängige Managementpraktiken unterscheidet. Die Studie leistet einen Beitrag zur Debatte über die Kluft zwischen Theorie und Praxis in der Sicherheitskultur und bietet Einblicke, wie institutionelle Umgebungen die Bildung von sicherheitsbezogenen organisatorischen Mustern beeinflussen.
Yu et al. (Fr,) haben diese Frage untersucht.
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