Diese Masterarbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der sozioökonomischen Position (SEP) in der Kindheit und im jungen Erwachsenenalter und der Freizeitkörperaktivität junger Erwachsener in Österreich. Die Arbeit ist theoretisch in einer Life-Course-Perspektive und im Social-Ecological Model verankert. Dabei wurde untersucht, ob die soziale Stellung der Eltern mit dem Erreichen der Empfehlung von mindestens 150 Minuten aeroben Freizeitsport pro Woche zusammenhängt und ob dieser Zusammenhang auch nach Berücksichtigung der aktuellen sozialen Lage der Familie bestehen bleibt. Die empirische Untersuchung basiert auf einer quantitativen Online-Querschnittsbefragung. Die kindliche und aktuelle SEP wurde über Bildungs-, Finanz- und subjektive Statusindikatoren erfasst. Die Auswertung erfolgte mittels multipler logistischer Regressionen und Attenuationsanalysen. In den voll adjustierten Modellen zeigten sich keine statistisch präzisen unabhängigen Zusammenhänge zwischen den SEP-Indikatoren und dem Erreichen der Aktivitätsempfehlung. Einzelne Ergebniswerte, insbesondere für die finanzielle Situation in der Kindheit, deuteten zwar auf mögliche positive Zusammenhänge hin, die Konfidenzintervalle waren jedoch breit. Die Attenuationsanalysen sprachen für eine teilweise Überschneidung zwischen kindlicher und aktueller SEP, vor allem bei der elterlichen Bildung, diese Befunde sind jedoch explorativ. Insgesamt sprechen die Ergebnisse dafür, dass soziale Muster in der Freizeitkörperaktivität im jungen Erwachsenenalter komplex und in Querschnittsdaten schwer präzise zu erfassen sind. Gleichzeitig sind die Befunde mit lebensverlaufsbezogenen und sozialökologischen Ansätzen kompatibel und unterstreichen die Bedeutung einer weiteren Erforschung sozialer Ungleichheiten im Hinblick auf körperliche Aktivität. Schlüsselwörter: sozioökonomische Position, kindliche sozioökonomische Position, Freizeitkörperaktivität, junge Erwachsene, Österreich, Lebensverlaufsperspektive
Yvonne Schagerl (Thu,) studied this question.