Die mediale Darstellung medizinischer Innovationen wie mRNA-Impfstoffen spielt eine zentrale Rolle bei der individuellen Meinungsbildung zu Wissenschaft und medizinischen Technologien. Besonders die Art und Weise, wie unterschiedliche Akteur:innen, die in der Berichterstattung zu Wort kommen, medizinische und ethische Risiken thematisieren, kann sowohl die Risikowahrnehmung als auch die Intention beeinflussen, sich weiter mit dem Thema auseinanderzusetzen. Basierend auf dem Planned Risk Information Seeking Model wurde im März/April 2020 ein Online-Experiment im 2 (ethische vs. medizinische Risiken) x 4 (Politiker:innen, Politiker:innen, die sich auf Wissenschaftler:innen beziehen, Politiker:innen, die Wissenschaftler:innen wörtlich zitieren, Wissenschaftler:innen) Between-Subject Design durchgeführt (N = 304). Sequentielle Mediationsanalysen zeigen, dass ethische Risiken im Vergleich zu medizinischen Risiken zu einer geringeren Risikowahrnehmung, einer erhöhten Faszination und folglich zu einer stärkeren Intention zur Informationssuche sowie Intention zur Anschlusskommunikation führen. Die Ergebnisse unterstreichen die zentrale Rolle von Emotionen bei der Förderung der Intention, sich vertieft mit einem Thema auseinanderzusetzen, und zeigen, dass Risikokommunikation nicht zwangsläufig Ablehnung hervorruft. Die praktischen Implikationen dieser Befunde werden in der Diskussion dargelegt.
Janine N. Blessing (Wed,) studied this question.