Ziel: Bewertet werden soll der Anwendungswert des standardisierten Screenings und der risikostratifizierten Behandlung in der klinischen Praxis von oral potenziell malignen Erkrankungen (OPMDs), um die frühen Diagnosequoten zu verbessern und Interventionsstrategien zu optimieren. Methoden: Insgesamt wurden 312 OPMD-Patienten, die zwischen Januar 2017 und Dezember 2022 diagnostiziert wurden, eingeschlossen. Ein Screening-Weg von „erste Screening (Fragebogen + visuelle/tastbare Untersuchung) - verfeinertes Screening (pathologische Biopsie)“ wurde etabliert. Die Risikostratifizierung (niedrig, mittel, hoch) wurde mit einem modifizierten Scoring-System auf Basis von proliferativer verruköser Leukoplakie (PVL) durchgeführt. Es wurde ein multidisziplinäres Team (MDT) implementiert. Risikofaktoren für die maligne Transformation wurden mit der Cox-Regressionsanalyse untersucht. Ergebnisse: Die Hochrisikogruppe hatte eine signifikant höhere Rate an malignen Transformationen als die Gruppen mit mittlerem und niedrigem Risiko (12,5 % vs. 3,5 % vs. 0 %, P0,001), mit einem kürzeren Medianzeitraum bis zur Transformation (23,4 Monate). Schwerwiegende epitheliale Dysplasie (HR = 6,24), Läsionen in der Zungenunterseite/Mundboden (HR = 3,34) und eine Betelzahn-Geschichte (HR = 2,62) wurden als unabhängige Risikofaktoren identifiziert. Das MDT-Modell erreichte eine 2-Jahres Krebsfreiüberlebensrate von 91,4 % bei Hochrisikopatienten und verbesserte die Nachsorge-Compliance auf 83,3 %. Schlussfolgerung: Ein OPMD-Managementmodell, das auf Risikostratifizierung und MDT-Zusammenarbeit basiert, kann hochriskante Patienten effektiv identifizieren, das Timing der Intervention optimieren und die Prognose verbessern. Dieses Modell eignet sich zur Förderung in der Hausarztversorgung.
Ge et al. (Mi,) haben diese Frage untersucht.