Zusammenfassung Die Freiheit der Selbstäußerung ist ein schwer fassbarer Wert. In der gewöhnlichen politischen Diskussion scheint der Wert der Selbstäußerung offensichtlich. Es ist jedoch überraschend schwierig, die Freiheit der Selbstäußerung zu spezifizieren, ohne sie in den Wert der allgemeinen Freiheit zu reduzieren. Und die Freiheit der Selbstäußerung auf einen Sonderfall der Meinungsfreiheit zu reduzieren, führt zu einer Prokrustes-erzählung und unterbeinhaltender Betrachtung. Dieses Papier entwickelt eine neuartige Auffassung von Freiheit der Selbstäußerung, die beide Fallstricke vermeidet. Erstens zeige ich, dass die Allgegenwart der Selbstäußerung als Phänomen mit der normativen Eigenart der Freiheit der Selbstäußerung als Wert kompatibel ist. Zweitens zeige ich, dass Freiheit der Selbstäußerung mindestens Freiheit von inhaltsbasierten Einschränkungen bei der Ausübung des persönlichen Stils erfordert. Drittens gründe ich die moralische Bedeutung der Freiheit der Selbstäußerung in zwei verschiedenen Interessen: in der Autonomie der Selbstdefinition und in den Möglichkeiten zur Anerkennung. Letztlich tritt die Freiheit der Selbstäußerung als ein eigener und kohärenter moralischer und politischer Wert hervor.
Daniel Putnam (Fr,) hat diese Frage untersucht.