In den letzten Jahren hat die historische Animationsfilmproduktion in China schnell zugenommen, unter dem Einfluss nationaler kultureller Strategien und des Umfelds der Massenmedien. Diese Filme haben sich als zentrale audiovisuelle Medien etabliert, die die traditionelle Kultur wiedergeben und reproduzieren. Der Animationsfilm 'Chang’an' nutzt die historische Erzählung und Poesiekultur der Tang-Dynastie als zentrale narrative Ressourcen und schafft einen kulturellen Bedeutungsraum, in dem historische Empfindungen der Vergangenheit und zeitgenössische Emotionen in Resonanz treten, indem er die Lebensverläufe historischer Figuren und poetische Texte interdisziplinär verknüpft. Diese Studie setzt New Historicism als theoretischen Rahmen ein und wendet die kritische Praxis von Stephen Greenblatt – 'Überraschung – Empathie – Neuüberraschung' – als Analysemethode an, um zu untersuchen, wie der Film durch die Auswahl und Rekonstruktion historischer Materialen sowie durch narrative Organisation Geschichtsdarstellung vollzieht. Die Forschung nimmt die Analyse von Zuschauerrezensionen und Diskursen der Mainstream-Medien als Ausgangspunkt, um drei Erkennungspunkte von 'Überraschung' zu identifizieren: das Bild der Tang-Dynastie, die Poesiekultur der Tang-Dynastie und die Lebensrealitäten von Menschen. Anschließend wird der Filmtext in den Kontext des über Generationen entstandenen historischen Gedächtnisses und der kulturellen Bildung Chinas neu kontextualisiert, um zu analysieren, wie das Bild der Tang-Dynastie, poetische Symbole und die Schicksale der Figuren mit den bisherigen kulturellen Erfahrungen des Publikums verbunden werden und ein emotionales Echo erzeugen. Zudem wird argumentiert, dass poetische Texte nicht nur den Status literarischer Klassiker verlassen, um als emotionale Narrative zu fungieren, sondern dass die Poesiekultur der Tang-Dynastie als Medium fungiert, das historisches Gedächtnis und moderne kulturelle Identität miteinander verknüpft. Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass historische Animationsfilme hauptsächlich durch drei Mechanismen Geschichtsdarstellung vollziehen: Erstens die Auswahl allgemein bekannter historischer Ressourcen basierend auf kollektivem kulturellem Gedächtnis. Zweitens die zielgerichtete Neudeutung historischer Materialien auf der Grundlage moderner Werte. Drittens die Verwendung von Synekdochen, um individuelle Erfahrungen und bestimmte Szenen der Tang-Dynastie zu repräsentieren, die auf größere zeitliche Strukturen verweisen. Die innewohnende Macht-Discours des Films wird nicht direkt in einer didaktischen Weise offensichtlich. Vielmehr geschieht kulturelle Herrschaft über emotionale Empathie. Einerseits wird das Bild der Tang-Dynastie und die Symbolik der Tang-Gedichte intensiv verstärkt, um kulturelles Selbstbewusstsein und nationale Identität zu schaffen. Andererseits wird der poetische Dichter als narrative Entität präsentiert und fördert die psychologische Anpassung und Wertidentifikation des Publikums.
Ding et al. (Tue,) haben diese Frage untersucht.
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