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Die meisten Sozialwissenschaftler würden zustimmen, dass die Fähigkeit zur menschlichen Kultur wahrscheinlich durch natürliche Selektion geformt wurde, aber sie sind sich über die Implikationen dieser Annahme uneinig. Einige glauben, dass die natürliche Selektion wichtige Einschränkungen an die Möglichkeiten, in denen Kultur variieren kann, auferlegt, während andere glauben, dass solche Einschränkungen vernachlässigbar sein müssen. Dieser Artikel verwendet ein 'Gedankenexperiment', um zu zeigen, dass keine dieser Positionen durch den Verweis auf allgemeine Eigenschaften von Kultur oder Evolution gerechtfertigt werden kann. Die natürliche Selektion kann Mechanismen der kulturellen Übertragung hervorbringen, die weder adaptiv noch mit den Vorhersagen a-kultureller Evolutionsmodelle übereinstimmen (solche, die kulturelle Evolution ignorieren). Andererseits kann die natürliche Selektion auch Mechanismen der kulturellen Übertragung hervorbringen, die hochgradig mit a-kulturellen Modellen übereinstimmen. Daher ist keine Seite der Diskussion um die Soziobiologie gerechtfertigt, die Argumente der anderen abzulehnen. Die natürliche Selektion kann signifikante Einschränkungen für einige menschliche Verhaltensweisen auferlegen, aber vernachlässigbare Einschränkungen für andere. Modelle der gleichzeitigen genetischen/kulturellen Evolution werden nützlich sein, um Bereiche zu identifizieren, in denen a-kulturelle Evolutionsmodelle voraussichtlich nützlich sind und nicht nützlich sind.
Alan R. Rogers (Do,) hat diese Frage untersucht.