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Mikro-RNAs (miRNAs) sind endogene, nichtkodierende, ungefähr 22 Nucleotide lange RNA-Moleküle, die sich kürzlich als grundlegende posttranskriptionale Regulatoren der Expression korrespondierender Zielgene herausgestellt haben. Viele Säugetier-miRNAs werden in einem gewebe-spezifischen Muster exprimiert, ein Phänomen, das bisher der transkriptionalen Regulation zugeschrieben wurde. Wir zeigen hier durch Northern Blots und In-situ-Hybridisierungsexperimente, dass die Expression von Säugetier-miRNAs auf posttranskriptioneller Ebene reguliert werden kann. Insbesondere ist miR-138 räumlich auf bestimmte Zelltypen beschränkt, während sein prämiRNA-Vorläufer, pre-miR-138-2, in allen analysierten Geweben ubiquitär exprimiert ist. Darüber hinaus wird pre-miR-138-2 aus dem Zellkern ins Zytoplasma exportiert, was darauf hindeutet, dass die Spaltung dieser prämiRNA durch Dicer auf bestimmte Gewebe und Zelltypen beschränkt ist. Somit könnte die differenzielle Verarbeitung von prä-miRNAs ein alternativer Mechanismus zur Kontrolle der miRNA-Funktion sein.
Obernosterer et al. (Mittwoch) haben diese Frage untersucht.