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Wie alle anderen Säugetiere beherbergen Menschen eine erstaunliche Anzahl von endogenen Retroviren (ERVs) sowie andere Retroelemente, die in ihrem Genom eingebettet sind. Diese Überreste einer ancestral keimbahninfektion mit verschiedenen exogenen Retroviren weisen unterschiedliche Grade der Integrität des offenen Leserasters und der Replikationsfähigkeit auf. Moderne exogene Retroviren sowie die infektiösen Vorfahren von ERVs sind nachweislich krebserregend. Darüber hinaus verursachen replizierbare ERVs weiterhin Krebs bei vielen anderen Arten von Säugetieren. Außerdem sind menschliche Krebserkrankungen durch die transkriptionale Aktivierung menschlicher endogener Retroviren (HERVs) gekennzeichnet. Diese Beobachtungen sprechen dafür, HERVs als ursächliche Faktoren von menschlichem Krebs zu incriminieren. Allerdings deutet eine umfassende Untersuchung der Krebsgenome darauf hin, dass HERVs vollständig die Fähigkeit zur Reinfektion und damit das Potenzial für insertionsmutagene Aktivität verloren haben. Obwohl es möglicherweise nicht-insertionsbedingte Mechanismen gibt, durch die HERVs zur Krebsentwicklung beitragen, belegen neuere Erkenntnisse auch potente anti-tumorale Aktivitäten, die von HERV-Replikationszwischenprodukten oder Proteinprodukten ausgeübt werden. Insgesamt scheint es, dass HERVs, trotz ihrer onkogenen Vergangenheit, mittlerweile potenzielle Ziele für immunvermittelte anti-tumorale Mechanismen darstellen. Dieser Artikel ist Teil des Themenheftes 'Menschliche onkogene Viren'.
Kassiotis et al. (Mon,) haben diese Frage untersucht.