Die Kurileninseln werden konventionell als Fortsetzung des japanischen Archipels betrachtet, sowohl geografisch als auch kulturell, und wurden von Süden besiedelt. Die absolute Dominanz dieses Standpunkts hat sehr tiefe Wurzeln, aber in letzter Zeit haben neue Daten begonnen zu erscheinen, die dieses bereits allgemein akzeptierte Konzept etwas komplizieren. Dieser Artikel ist der erste Versuch, diese neuen Materialien zu sammeln und zusammenzufassen. Unsere Beobachtungen erlauben es, sehr vorsichtig zu schließen, dass die ersten Bewohner der Kurileninseln unterschiedliche Wurzeln haben könnten: Hokkaido auf den südlichen Inseln und Kamtschatka auf den nördlichen. Dies zeigt sich in den offensichtlichen Unterschieden in der materiellen Kultur und der Zeit der Besiedlung verschiedener Gruppen der Kurileninseln. Eine Analyse der Verbreitung der Haupttypen von Keramikwaren ermöglicht es uns, die Grenze zwischen den südlichen und nordzentralen Kurileninseln entlang der Frizstraße zu ziehen, die die Inseln Iturup und Urup trennt, sowie Daten zur geochemischen Zusammensetzung von Obsidian entlang der Bussolstraße, die die Inseln Urup und Simushir trennt. Darüber hinaus zeigen anthropologische Daten eindeutig, dass vor ungefähr 2500–2000 Jahren, d.h. sogar in prä-Okhotsk-Zeiten, einige Vorfahren der modernen Koryaken und Itelmen in den Süden bis zur Insel Iturup vordrangen und Auswirkungen auf den Genpool der indigenen Bevölkerung Hokkaidos hatten. Dieses Intervall ist mit der ursprünglichen Besiedlung der zentralen Inseln durch „Südler“ (Träger der Epijomon-Kultur) verbunden, wo sie auf „Nordler“ (alte Bewohner des südlichen Kamtschatka) treffen konnten, die bis zu diesem Zeitpunkt bereits den nördlichen Teil des Kurilenrückens besiedelt hatten.
Oksana Yanshina (Sun,) hat diese Frage untersucht.