Zusammenfassung In früheren Forschungen wurde argumentiert, dass mehrere konkurrierende Druckfaktoren die Richtung der Sprachentwicklung beeinflussen (Ökonomie vs. Redundanz; Willkür vs. Systematik). Bei Gebärdensprachen bleiben jedoch die Auswirkungen konkurrierender Druckfaktoren auf die Veränderung ihrer lexikalischen Systeme weitgehend unklar. In der vorliegenden Studie konzentrieren wir uns auf die diachrone Veränderung in der Form und der formational-semantischen Systematik des Lexikons der Chinesischen Gebärdensprache (CSL). Basierend auf zwei CSL-Lexika (einem aus dem Wörterbuch von 1960 und dem anderen aus dem Wörterbuch von 2019) fanden wir heraus, dass das CSL-lexikalische System in der Dimension der Form einen Trend zu Monosyllabizität und Symmetrie zeigt. In Bezug auf die formational-semantische Systematik fanden wir eine signifikante Korrelation zwischen Form und Bedeutung in beiden Lexika, aber der Einfluss der Willkürlichkeitsbeschränkung wird im Laufe der Zeit stärker. Unsere Ergebnisse zur Veränderung der Form deuten darauf hin, dass die konkurrierenden Druckfaktoren zwischen Ökonomie und Redundanz unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Parameter haben, wenn sie das lexikalische System der CSL gestalten. Was die Korrelation zwischen Form und Bedeutung betrifft, so bietet unsere Studie Einblicke, wie ein Gleichgewicht zwischen Willkür und Systematik erreicht wird.
Zou et al. (Mon,) untersuchten diese Frage.