Zusammenfassung Das Bewusstsein für vergangene Gräueltaten wird allgemein als entscheidend für die Wiederherstellung von Gerechtigkeit und den Aufbau resilienter Demokratien angesehen. Kulturelle Darstellungen werden häufig von kulturellen Eliten eingesetzt, um die Vergangenheit lebendig zu halten. Dennoch wissen wir wenig darüber, wie gewöhnliche Bürger darauf reagieren. Durch ein Umfrageexperiment (n = 2198) haben wir den Effekt von drei unterschiedlichen prototypischen kulturellen Darstellungen des Holocaust auf die Absichten zur Erinnerung an den Holocaust, die Absichten zur Bekämpfung des Antisemitismus und die Einstellungen gegenüber minorisierten Gruppen gemessen. Wir stellen fest, dass alle drei Formen insgesamt wirksam sind, um Einzelpersonen zu motivieren, die Erinnerung zu unterstützen und gegen Antisemitismus vorzugehen sowie ihre Einstellungen gegenüber minorisierten Gruppen zu verbessern. Wir finden heterogene Behandlungseffekte je nach Parteizugehörigkeit. Für Anhänger der extremen Rechten ist das Lesen über die Geschichte eines individuellen Opfers besonders effektiv. Bei anderen zeigen Darstellungen, die das Ausmaß der Gräueltaten in den Mittelpunkt stellen oder sich auf symbolische Gerechtigkeitsbemühungen konzentrieren, einen größeren Effekt auf die Handlungsabsichten. Wir wiederholten die Umfrage drei Monate später (November 2023), nach Beginn des Israel-Gaza-Kriegs, und stellten fest, dass die Mittelwerte und die Behandlungseffekte insgesamt stabil blieben, trotz der Veränderung des Kontexts. Die Ergebnisse zeigen die Macht kultureller Darstellungen historischer Ungerechtigkeit zur Motivation von Menschen, heute aktiv zu werden und ihre Vorurteile abzubauen.
Firestone et al. (Fri,) untersuchten diese Frage.
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